Metz L32A-XS - Die kannst echt knicken
dlk_ankunft
Nein, die ist nicht kaputt. Der Knick geht auch wieder raus, auf Befehl.
Die Rede ist von unserer neuen Drehleiter.
„State of the Art“ kommt die Neue mit Knick-Gelenk daher. Sie löst unsere 21 Jahre alte Iveco Magirus Leiter ab.
Eine Drehleiter ist das aufwändigste Fahrzeug im Fuhrpark einer Feuerwehr, in Anbetracht des Beschaffungspreises aber auch das hochwertigste. Gemäß Fahrzeugkonzept ist aktuell die Drehleiter als Ersatzbeschaffung an der Reihe gewesen.
Die primäre Aufgabe des neuen Gerätes ist die Personenrettung aus Höhen und Tiefen sowie im Überbrücken von Hindernissen und einer Verlängerung des Zugriffsbereiches. Wir nutzen sie, um aus der Höhe einen Löschangriff vorzunehmen, um einen Rettungsweg herzustellen, aber auch um in gewissen Lagen Lasten zu fixieren bzw. kontrolliert abzulassen. Auch der Transport einer hängenden Korbtrage mit Patient ist bei Bedarf machbar.

Unsere alte Drehleiter hat gute Dienste geleistet, entspricht jedoch nicht mehr dem Stand der Technik. Die Unterhaltung nimmt mittlerweile einen nicht mehr vertretbaren Kostenaufwand in Anspruch.
Die Vorzüge der neuen Leiter liegen unter Anderem in einer höheren Belastung. Während wir den alten Korb mit 270 kg belasten durften, können wir in dem nun deutlich größeren Korb stolze 450 kg zuladen. Ein weiterer Vorteil ist der geringere Platzbedarf den wir für den Betrieb der Leiter benötigen. Anbauten am Korb sind durch das Abknicken nun direkt vor dem Fahrzeug möglich, während wir bisher rund 7,5 m Platz zur seitlichen oder rückwärtigen Ablage benötigten.

Durch die Gelenktechnik können wir bisher nicht erreichbare Positionen, z. B. hinter einer Dachgaube, erreichen. Obwohl unsere bisherige Drehleiter zu ihrer Zeit fortschrittlich war und computerunterstützt den Leiterpark kontrollierte und regelte, ist der heutige Standard damit nicht mehr vergleichbar. Das neue Fahrzeug verfügt z. B. über eine Schachtrettungsfunktion. Bislang haben wir eine Last aus einem Schacht mit zwei Steuerbewegungen ziehen müssen. Zum einen haben wir den Leiterpark angehoben und in einer zweiten Steuerbewegung weiter ausfahren müssen, da sonst die Last am Seil gegen die Schachtwand geschlagen wäre. Fingerspitzengefühl und Abstimmung mit einer Person am Schacht waren erforderlich. Die neue Technik übernimmt die Bewegungen jetzt programmgesteuert automatisch. Es wird nur noch die Geschwindigkeit vorgegeben.
Auch die Umwelt erfreut sich an unserem neuen Fahrzeug: Im Atego-Fahrgestell von Mercedes arbeitet ein Motor nach neuester Euro-6 Abgas-Norm. Unsere Drehleiter ist die erste, die nach dieser aktuell strengsten Verordnung ausgeliefert wurde.