Rauchmelderpflicht ab 01.01.2011

Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 600 Menschen in Folge von Bränden und viele weitere werden dabei zum Teil schwer verletzt, die meisten davon innerhalb ihres eigenen Wohnraums. Dabei geht die Gefahr nicht, wie meist angenommen, vom Feuer direkt aus, sondern vom dabei entstehenden Brandrauch. Dieser besteht hauptsächlich aus Rußpartikeln, Kohlenstoffmonoxid und Kohlenstoffdioxid. Er wirkt "einschläfernd" und "erstickend". Kommt es während der Nacht zu einem Feuer lähmt der Rauch die Atmung der Betroffenen noch bevor sie bemerkt haben, dass er überhaupt da ist. Da der Geruchssinn im Tiefschlaf nicht funktioniert sterben auf diese Weise rund 70% der Brandopfer im Schlaf an einer Rauchvergiftung. Denn wenn der Brand von Nachbarn oder Passanten bemerkt wird, ist es für die Bewohner meist schon zu spät. Auch im wachen Zustand ist die Gefahr nicht viel geringer. So können bereits 3-5 Atemzüge ausreichen um bewusstlos zu werden – ein Ersticken ist auch hier die Folge.

Durchschnittlich stehen nach Ausbruch eines Brandes nur zwei bis vier Minuten zur Verfügung, um Angehörige zu informieren, bzw. zu wecken und den Gefahrenbereich zu verlassen. Niemand ist vor der Gefahr eines Brandes gefeit. Die Ursachen sind häufig einfach und jedem kann dies eines Tages passieren. Ob es das Einschlafen mit einer Zigarette, der versehentlich nicht abgeschaltete Herd, die vergessene Kerze oder ein defekter Fernseher ist. Ein Rauchwarnmelder (RWM) warnt rechtzeitig durch einen lauten Signalton vor dem so gefährlichen Brandrauch. Auf diese Weise gibt er Betroffen den nötigen Vorsprung, um sich und Mitbewohner in Sicherheit zu bringen sowie die Feuerwehr über den Notruf 112 zu alarmieren. Ignorieren Sie daher bitte auch keine piependen Rauchmelder bei Ihren Nachbarn – informieren Sie die Feuerwehr. 

Ein entscheidender Vorteil der nur wenig kostet (ein Rauchmelder mit dem obligatorischen VDS-Prüfzeichen kostet ab ca. 5 Euro) und ab 01.01.2011 in Schleswig-Holstein auch gesetzlich vorgeschrieben ist! Davon betroffen sind sämtliche Wohnungen im nördlichsten Bundesland und nicht wie bisher nur Neu- und Umbauten. In der Landesbauordnung für das Land Schleswig-Holstein (LBO § 52, Absatz 7) wird die Anbringung von Rauchwarnmeldern in allen Schlaf- und Kinderzimmern sowie den als Fluchtweg dienenden Fluren und Treppenhäusern zwingend gefordert. Die Umsetzung dieser Vorschrift hat der Vermieter oder Eigentümer der Wohnung sicher zu stellen. Die gesetzlichen Bestimmungen legen dabei nur den erforderlichen Mindestschutz fest. Für eine optimale Sicherheit sollte in jedem Raum, also auch im Keller und auf dem Dachboden, ein Rauchmelder installiert werden. Eine Ausnahme bilden hier nur Küche und Badezimmer. Durch das Auftreten von Wasser- oder Bratdämpfen kann es hier zu Fehlalarmen kommen. Zudem sollte bei sehr größeren Räumen über 60m² oder stark verwinkelten Fluren geprüft werden, ob ein einzelner Melder im Raum ausreichend ist.

Wer trotz Gesetzesvorgaben und dem Sicherheitsgewinn noch weitere Argumente für die Installation benötigt sei darauf hingewiesen, dass ab dem Stichtag 01.01.2011 sämtliche Schäden, die durch einen RWM hätten vermieden werden können nicht mehr durch die Gebäudeversicherungen übernommen werden. Gerade bei Personenschäden können dabei schnell 5- bis 6-stellige Euro Beträge zusammenkommen, die im Falle des Falles vom Hauseigentümer bzw. Vermieter getragen werden müssen.
Weitere Informationen zum Thema Rauchwarnmelder inklusive Tipps zum Kauf und der Anbringung finden sich unter http://www.rauchmelder-lebensretter.de/.

 

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